Valdemar Johansen (1889-1948)

Valdemar Johansen war der sozialdemokratische Bürgermeister von Skive in den Jahren 1929-36. Er kam nach Skive als Direktor der Gammelgård Dampmølle, die 1922 von De Samvirkende Fællesbagerier gekauft worden war. Neben seinen Ämtern in Skive hatte Johansen eine Reihe von Vertrauensstellungen innerhalb der sozialdemokratischen Partei und der Arbeiterbewegung im ganzen Land inne.

Johansen war Bürgermeister einer schnell wachsenden Stadt in einer Zeit der Krise, in der der Druck auf die Armen- und Hilfskassen sowie auf den Ausbau der städtischen Infrastruktur groß war.

Die Zeit vor Skive

Valdemar Johansen wurde 1890 in Elsinore in eine sozialdemokratische Familie geboren. In Elsinore arbeitete er als Büroangestellter auf der Werft, war als Journalist bei der Sozialdemokratie in Helsingør tätig und begann, für die Arbeitergenossenschaften der Stadt zu arbeiten. Im Jahr 1917 wurde er in den Stadtrat von Elsinore gewählt.

1922 zog Johansen nach Skive, nachdem er zum Direktor der Dampfmühle Gammelgård in Brårup ernannt worden war, die einer Arbeitergenossenschaft „De sammensluttede Fælles- og Andelsbagerierier i Danmark“ gehörte. Die Dampfmühle befand sich in ernsten finanziellen Schwierigkeiten, aber Valdemar Johansen schaffte es schnell, die Dinge wieder in Ordnung zu bringen und wurde dann damit beauftragt, anderen genossenschaftlichen Unternehmen im ganzen Land zu helfen.

Politische Karriere in Skive

Mit seiner Erfahrung aus der Stadtratsarbeit und der Arbeiterbewegung war der Schritt in die Kommunalpolitik in Skive kein großer. Anfangs wurde der Neuling etwas skeptisch beäugt, aber er gewann schnell Vertrauen und wurde 1925 in den Stadtrat gewählt. Von Anfang an bestand der Wunsch, dass Valdemar Johansen als Bürgermeisterkandidat antritt. Zunächst war er jedoch der Meinung, dass das unbezahlte Amt des Bürgermeisters zu anspruchsvoll sei, doch 1929 gab er nach und wurde zum Bürgermeister gewählt.

Valdemar Johansen war krank und wurde während seiner Amtszeit im Krankenhaus von Skive stationär behandelt. Gleichzeitig war die Arbeitsbelastung durch die ständig wachsende Gemeindeverwaltung und das Amt des Direktors zu groß für Johansen, der alle seine Aufgaben mit großem Eifer erledigte. Das Gehalt für das Amt des Bürgermeisters war zu gering, um davon allein leben zu können. Daher beschloss Johansen 1936, dass er nicht mehr weitermachen wollte. Er trat zu Gunsten von Woldhardt Madsen zurück.

Politiker in Zeiten der Krise

In der Zeit, in der Valdemar Johansen als Politiker in Skive tätig war, entwickelte sich die Stadt stark. Von 1925 bis 1935 war die Bevölkerung um 25 % gestiegen, da die Krise der 1930er Jahre zu einer Zuwanderung vom Land in die Städte führte. Dies setzte die kommunalen Einrichtungen unter Druck, zumal die meisten von ihnen schließlich arbeitslos wurden und auf die Sozialhilfe der Stadt angewiesen waren.

Während der Amtszeit von Valdemar Johansen als Bürgermeister war der Ausbau des Versorgungsnetzes in Form eines Kraftwerks und eines Gaswerks dringend erforderlich. Auch die Wasserwerke litten unter niedrigem Druck und mangelnder Verteilung, so dass fließendes Wasser nicht überall verfügbar war. Die erste Asphaltierung der Stadt wurde durchgeführt und die Schulen und das Krankenhaus wurden erweitert. Trotz all dieser Projekte und Neubauten gelang es der Gemeinde, die Krise ohne Neuverschuldung zu überstehen, obwohl die Steuern erheblich gestiegen waren.

Vor allem das neue Gaswerk war für den Bürgermeister nur mit Mühe zu realisieren. Um die Anforderungen an die Gasproduktion zu erfüllen, wollte Johansen ein völlig neues Gaswerk bauen. Das alte Gaswerk befand sich in Brårup, aber das neue sollte aus Versorgungsgründen in Verbindung mit dem Hafen gebaut werden. Im Hafengebiet gab es Widerstand gegen das neue Werk. Es galt als unansehnlich und passte besser zum Arbeiterstadtteil Brårup als zum Stadtteil Krabbesholm. Johansen gelang es, das Projekt durchzusetzen, und das Gaswerk wurde 1934 fertiggestellt.

Büros außerhalb der Stadtverwaltung

Johansen war eine wichtige sozialdemokratische Persönlichkeit auf nationaler Ebene. Er war Mitglied des Exekutivausschusses der Sozialdemokratischen Partei, des Vorstands des Labour Business Council und des Vorstands der Arbejdernes Landsbank. Darüber hinaus bekleidete er zahlreiche Vertrauensstellungen im Genossenschaftswesen.

Während der Besatzungszeit wurde Johansen zum Vorsitzenden der staatlichen Getreidekammer gewählt und trug so zur Sicherung der Lebensmittelversorgung in Dänemark bei.

Auf lokaler Ebene war Johansen Vorsitzender von De Unges Idræt in Skive und Vorsitzender des Vorstands von P. Sabroes Børnehjem.

Persönliche Charakterisierung

Valdemar Johansen war sehr fleißig, so sehr, dass er oft die Kerze an beiden Enden abbrannte und seine Gesundheit schwächte. Er wurde als verantwortungsbewusst und willensstark beschrieben, und als ein Mann von großer Glaubwürdigkeit.

Quellen

  • 31.pdf (skivekirkegaarde.dk)
  • Skive Folkeblad 3/3-1936, 18/5-1948, 22/5-1948
  • Stavnsbjerg, Helge: Woldhardt: der Gründer des modernen Skive, Limfjordsforlaget, 2017, S. 22-34
  • Aarbog für Skive 1946-55, Jahr 54, S. 9
Forfatter vedelslund