Die Thinggade (früher auch Tinggade) ist ein Teil der mittelalterlichen Stadt Skive. Die Straße ist nach dem Stadtgericht benannt, das hier, vermutlich auf dem offenen Platz der Stadt, abgehalten wurde. Die Straße, die in der Anfangszeit nicht gepflastert war, wurde auch oft einfach „Vejen“ genannt.
Als ab 1686 ein richtiges Rathaus in Skive errichtet wurde, hörte man wahrscheinlich auf, die Sitzungen unter freiem Himmel abzuhalten. Die Straße gehörte noch im 18. Jahrhundert zusammen mit Østergade und Sønderbyen zum Armenviertel von Skive.
Interessante Adressen
Thinggade 1:
Ursprünglich ein königlicher Getreidespeicher, in dem Steuergetreide gelagert wurde, nachdem Skive 1691 zum Landratsamt ernannt wurde (und damit für die Steuererhebung zuständig war). Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude als Wohnhaus und Mädchenschule genutzt, von 1902 bis 1969 beherbergte es eine Kurzwarenhandlung und von 1969 bis 1996 die Buchhandlung von Jung. Danach fand eine umfassende Renovierung statt und das Gebäude veränderte seinen Charakter.
Thinggade 3:
Ab 1898 befand sich hier die von A.P. Pedersen gegründete Skive Børste- og Gadekostefabrik (heute VIKAN). Später wurde sie durch Gebäude erweitert, die sich über die Thinggade 3 und 5 bis zur Østergade erstreckten – 1929 vom Architekten Toft-Hansen erbaut.
Thinggade 6-8:
Erbaut von Konsul Frederik Friis. In der Zeit von 1856/57 bis 1870 befand sich hier die Brauerei von Friis. Seitdem wurde das Gebäude für eine Reihe von Zwecken genutzt, unter anderem als Abstinenzzentrum.
Thinggade 11:
Der ursprüngliche Standort der Salling Bank in der Zeit von 1876-1881.
Quellen
- Thielsen, Charles, Das Buch über Skive, Skive Folkebladsbogtrykkeri, S. 68
- Gormsen, Gudrun et al. Skive kommunes historie bind I, Skive Museums forlag 2001, S. 86, 283, 293
- Mortensen Niels, Skive kommunes historie Bind II, Skive Museums Forlag 2002, S. 277
- Eskildsen Jens & Mortensen Niels, 43 spændende bygninger i Skive bykerne, Skive Museums Forlag 1998