Sigurd Harald Alfred Rambusch (1861-1919)

Sigurd Rambusch war Arzt in Sjørup, wo er sich für die allgemeine Verbesserung der Gesundheit in der armen Gegend einsetzte. Rambusch ist auch für seine Freundschaft mit Jeppe Aakjær und dessen Frau, der Feministin Johanne Rambusch, bekannt.

Leben

Rambusch wurde 1861 in Sønder Omme geboren und machte 1888 sein Abitur.

Nach ihrer Ausbildung wurde Rambusch Ärztin, zunächst in Selde für ein Jahr 1888-1889, dann in Sjørup 1889-1910. Der Sanitätsbezirk Sjørup umfasste die Gemeinden Vroue, Resen, Daugbjerg, Smollerup, Vridsted, Haderup und Grove und war einer der ärmsten Sanitätsbezirke Dänemarks.

In Sjørup wurde er zu einer sehr prominenten lokalen Persönlichkeit, er war stark mit der Gegend verbunden und wurde sehr beliebt.

Im Jahr 1910 wurde er Diözesanarzt in Aalborg und musste daher Sjørup verlassen. Er starb im Jahr 1919 in Skørping.

Rambusch war mit der bekannten Frauenrechtlerin Johanne Rambusch, geb. Faartoft, verheiratet, mit der er fünf Kinder hatte.

Medizin und lokale Gegebenheiten

Rambusch war ein Arzt von einem Typus, den man vielleicht eher als allgemeines wissenschaftliches Interesse bezeichnen kann. Rambusch veröffentlichte Bücher, die sich ebenso sehr für die Natur, die Topographie und die sozialen Verhältnisse interessierten wie für die Medizin. Neben seiner medizinischen Arbeit verfasste Rambusch Dissertationen über die natürlichen Gegebenheiten des Ringkøbing Fjords und die Verhältnisse in dem medizinischen Bezirk, in dem er arbeitete.

Die Beziehung zu den Einheimischen war kritisch, wobei er vor allem die hygienischen Verhältnisse im Bezirk kritisierte und aufzeigte, wie eine Änderung der traditionellen Vorgehensweisen die Volksgesundheit erheblich verbessern könnte.

Andererseits mochte er sowohl die Gegend als auch ihre Bewohner sehr, wie er nach seinem Umzug nach Aalborg deutlich zum Ausdruck brachte.

Die Medizin zu Rambuschs Zeiten war bisweilen recht praktisch. Schlittenfahrten bei verschneitem Wetter durch das geografisch recht große Gebiet. Es gibt eine Geschichte darüber, wie er nach einer Reise in die westlichsten Teile des Bezirks sein Rezeptbuch vergessen hatte, und da es auf dem Hof nichts zum Schreiben gab, wurde das Rezept mit Kreide auf ein hölzernes Tor geschrieben, das der Bauer mit zur Apotheke in Holstebro nehmen musste, wo er seine Medizin erhielt.

Obwohl Rambusch in Sønder Omme geboren und in Skørping gestorben ist, hat er es vorgezogen, in Fjends auf dem Vroue-Friedhof beigesetzt zu werden. An seinem Grab wurde ein Gedenkstein mit einem Vers von Aakjær errichtet

Er brachte Hilfe, wohin er ging
Denn selbst sein Lächeln war heilend
Er liebte dieses raue Land innig
Hier am Rande seines Grabhügels
Nun hat sich der Müde niedergelegt
in der Mitte seines Geschäfts
Mit Trauer haben wir seinen Freund versteckt
Hier unter den Schwärmen der verlorenen Vögel.

Freundschaft mit Jeppe Aakjær

Für die Nachwelt ist die Freundschaft mit Jeppe Aakjær von besonderer Bedeutung. Aakjær war mit dem Ehepaar persönlich befreundet und wohnte eine Zeit lang im ersten Stock ihres Ärztehauses im noch bestehenden Holstebrovej 254. Hier schrieb er sein lyrisches Hauptwerk „Rugens Sange“, das einen deutlichen Bezug zur örtlichen Umgebung aufweist.

Als Aakjær in das Haus einzog, war er in der Gegend nicht sehr beliebt, da er u.a. die Innere Mission und die Bedingungen für die Landarbeiter kritisierte und zur Gründung von Gesindevereinen aufrief. Deshalb musste Rambusch klarstellen, dass er und nicht die Einheimischen darüber entschieden, welche Gäste er empfangen konnte.

In Aakjærs Romanen sind auch Figuren zu erkennen, die von Rambuschs medizinischer Praxis inspiriert sind, mit Schlittenfahrten zu den Kranken und guter medizinischer Versorgung als Lichtblick für die Armen.

Quellen

  • Rambusch, S.H.A., Iagttagelser fra Midtjyllands Hedeegne, Bianco Lunos bogtrykkeri 1906
  • Christophersen, V und Johnsson, J.W.S., Den Danske Lægestand 1915-1925 zehnte Auflage, Jacob Lunds Forlag Kopenhagen 1925, S. 649
  • Hauge, Niels, Aakjærs venner i lægeboligen i Sjørup, in Fra Viborg Amt 1994 S. 140-148
  • Skive Folkeblad 24/2-1961 S. 5, 15/1-1919 S. 3, 7/5-1951 S. 3
  • Vroue Kirche | Vestfjends Pastoratwww.vestfjendspastorat.dk
Forfatter vedelslund