Plantage Liselund

Liselund Plantage – Die Pflanze

Viele Jahre lang hatte man sich bemüht, den Bewohnern der Stadt Skive einen leichten Zugang zu einer schönen Umgebung zu verschaffen oder sie zu Versammlungen und Festen im Freien einzuladen. Südlich der Stadt, am Rande der Wiesen und östlich der Kiesgrube am späteren Harders Teglværk, gab es eine kleine Plantage mit kleinen verkrüppelten Bäumen, genannt „Liselund“, mit einer Anlage, die von den Einwohnern für Feste, Versammlungen und Jubiläen genutzt wurde. Der Weg nach unten führte von der Spitze des Sønderbyen in einer Kurve an der Kirchenmauer entlang und hieß Plantagevej (heute Søndergade). Es ist nicht mit Sicherheit bekannt, wann die Liselund-Anlage in Betrieb genommen wurde, aber wahrscheinlich in der Mitte des 18. Auch wie der Name Liselund zustande kam, ist derzeit nicht bekannt.

Liselund im Jahre 1700 – 1886

Die Gesellschaft „Liselund“ hielt hier alljährlich Sommerbälle für ihre Mitglieder ab und hatte deshalb auf dem Festplatz im Obstgarten einen Tanzboden anlegen lassen. Bei festlichen Anlässen wurde der Platz mit bunten Lampen beleuchtet, und Chr. der Neunte oder „Der tapfere Soldat“ war in prächtiger Transparenz zu sehen. Es gab auch einen „Pavillon“, einen niedrigen Holzschuppen aus ungehobelten Brettern, in dem wahrscheinlich alkoholische Getränke ausgeschenkt wurden. Hambach, ein Gastwirt, der eine Kneipe in Sønderbyen betrieb, war einige Jahre lang der Gastgeber des Vereins.

Neben den Sommerbällen für die Mitglieder des Vereins wurden auch Veranstaltungen für die Bürger der Stadt organisiert:

– Scheibenschießen
– Garten- und Erntefeste, Kinderbälle)
– Verfassungsfeiern, Sct. Hans-Feiern)
– Jubiläumsfeiern (3-Jahres-Krieg), u.a. Schlacht von Isted Hede und Schlacht von Fredericia
– Treffen im Freien

1877 wurde mit dem Bau der neuen, prächtigen Anlage am Havnevej begonnen. 1886, als die Anlage gut etabliert war, begannen die Verfassungsfeiern und Versammlungen in dieser Anlage, und bald darauf war die Geschichte von „Liselund“ fast zu Ende.

Liselund von 1886 – Anfang der 1950er Jahre

Es hat jedoch den Anschein, dass in der alten Anlage in der Liselund Plantage noch Feste gefeiert wurden, zumindest bis in die frühen 1900er Jahre.

Östlich der Plantage wurden die Grundstücke in Bauplätze parzelliert und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bebaut. Heute stammen die ältesten Häuser in Liselund „Ost“ aus den Jahren 1920 und 1922, aber es kann sein, dass es schon früher Gebäude gab, denn mindestens 5 Gebäude verschwanden im Zusammenhang mit dem Bau des Bahnhofs in Søndergade.

In den Jahren 1936-37 wurde der Skive-Friedhof bis hinunter in die Plantage erweitert, und trotz der Warnungen, dass hier später die Skive-Struer-Eisenbahn verlaufen sollte, wurde die Plantage weiterhin für Bestattungen genutzt. Später wurden die Gräber, die bereits in diesem Bereich stattgefunden hatten, ausgegraben und auf andere Teile des Friedhofs verlegt. 1945 beschloss der Pfarrgemeinderat, dass die toten deutschen Flüchtlinge im Obstgarten begraben werden sollten. Fast 100 Gräber wurden in der Plantage ausgehoben, aber Mitte der 1960er Jahre wurden sie nach Grove-Gedhus verlegt.

Liselund von 1956 – 1962

Der neue Bahnhof mit Bahnsteigen, der 1956-1962 gebaut wurde, befindet sich heute etwa 150 Meter östlich der Liselund Plantage. Liselund existiert heute noch, allerdings nicht in Form einer Plantage, sondern in Form eines kleinen Viertels mit dem verbliebenen südlichen Teil der Gebäude, die durch das Bahnhofsprojekt nicht entfernt wurden.

Verfolgt man die Grenzen und Linien auf alten Stadtplänen, Katasterplänen und Luftaufnahmen, so kann man feststellen, dass die Form, Lage und Größe der Plantage auf den zeitgenössischen Karten in etwa der untenstehenden Karte entspricht:

Der Skive-Friedhof wurde 1936-1937 zur Skive-Plantage erweitert.

Zeitgenössisches Luftbild mit Lage der Plantage

Siehe auch die

Quellen

Das Buch über Skive 1326-1926, Seite 93, 117 454, 455
Skive-Bücher von 1940-1960
Inserate aus Skive Avis (1858-1861)
Mediastream in der Staatsbibliothek
Dänische demographische Datenbank

Forfatter l. svendsen