Johanne Elvira Buchardt (1903-1948)

Johanne Buchardt war eine Schriftstellerin aus Salling, damals bekannt als „die arme Näherin aus Rødding“. Buchardt veröffentlichte 6 Romane, fünf davon mit einem zeitgenössischen und sozialrealistischen Ziel.

Leben

Buchardt wurde auf dem Armenhof in Skive geboren. Als ihre Mutter sich nicht mehr um sie kümmern konnte, wurde Buchardt die Pflegetochter des Schneiders Anton Godsk in Vejby. Bei der Familie Godsk führte Buchardt ein relativ normales Leben und entwickelte eine enge Bindung zu deren Tochter Mariane Godsk. Doch die Rolle des Pflegekindes verfolgte Buchardt ihr ganzes Leben lang. Sie besuchte die Schule in Vejby, aber sie war für ihre eigene Bildung verantwortlich, indem sie Geschichte, Kunstgeschichte und moderne dänische Schriftsteller las.

Nach ihrer Jugend in Vejby reiste Buchhardt umher und arbeitete in verschiedenen Städten Jütlands, ließ sich aber als Näherin in Rødding bei ihrer Schwester Mariane Godsk nieder.

In Rødding begann Buchardt selbst zu schreiben und veröffentlichte am 16. November 1936 ihre erste Kurzgeschichte „En pige gaar forbi“ im Skive Folkeblad. In der Folge veröffentlichte sie weitere Kurzgeschichten, doch erst mit der Veröffentlichung ihres ersten Romans im Jahr 1941 wurde sie bekannt. Nachdem ihr Debütroman gut aufgenommen wurde, zogen Buchardt und ihre Schwester nach Skive, wo Buchardt als Schriftstellerin lebte.

In der Zeit nach dem ersten Roman schrieb Buchardt in rasantem Tempo einen Roman nach dem anderen. Buchardt hatte viel um die Ohren und wurde einige Monate vor ihrem Tod wegen schlechter Nerven ins Krankenhaus eingeliefert, wo sie 1948 von eigener Hand starb.

Buchardts Romane

Buchardts Romane sind sozialrealistisch und basieren auf ihrer eigenen Person und der Welt, die sie umgab. Buchardt selbst drückte dies als Wunsch aus, die Menschen zu beschreiben, die sie sah, und nicht mit dem Wunsch, die bestehenden Bedingungen zu kritisieren.

Vor allem in den späteren Romanen ging es um die neue Realität der Stadt und darum, wie die Frauen mit dieser neuen Realität zurechtkamen. Buchardt beschreibt, wie Dänemark uniformer geworden ist und die einzigartige Heimatstadt auf dem Rückzug ist.

Literaturverzeichnis

  • Zu Graad geboren – 1941
  • Die Felder von Gott und Mensch – 1942
  • Es gibt keinen Weg zurück – 1944
  • Der Weg nach Norden – 1945 (1943 geschrieben, aber von der deutschen Zensur verboten)
  • Das Haus unter den Sternen – 1946
  • Der Wind und der Kirschbaum – 1948

Quellen

  • Mortensen, Karen Elna „Johanne Buchardt – en forfatterstemme fra provinsen“ Skivebogen 1992, Skive offset 1992
  • Skive Folkeblad, 16/6-1948
Forfatter vedelslund