Freistehende Häuser in Skive

Die ersten Villen

Die ersten Villen in Skive stammen aus der Mitte des 18. und Anfang des 1900 Jahrhunderts. Damals waren diese Einfamilienhäuser den wenigen vorbehalten, die sie sich leisten konnten. Einige der Villen entstanden zum Beispiel in der Gegend um den Resenvej.

Beispiel: In der Villa Resenvej 14 aus dem Jahr 1910 lebte die wohlhabende Fabrikantenfamilie Schaarup inmitten eines grünen Gartens. Unbekannter Fotograf, ca. 1930. Stadtarchiv Skive.

Staatliche Hypothekenhäuser 1933-1958

Von 1933 bis 1958 wurde es für viele dänische Familien möglich, ein eigenes Haus zu bauen. In dieser Zeit bot der Staat günstige Kredite für den Bau von Einfamilienhäusern an.

Heute findet man in allen dänischen Städten so genannte „staatliche Darlehenshäuser“.

In Skive findet man die staatlichen Leihhäuser am Skovbakken, in der Gegend um Kielgastvej und Porshøjvej und in der Gegend um Norgaardsvej. Die Häuser sind sehr unterschiedlich. Einige wurden von Architekten entworfen, andere von Bauunternehmern oder vielleicht sogar von den Bauherren selbst.

Die staatlichen Darlehen waren ursprünglich für arme Familien gedacht. Sie konnten ihre Lebensbedingungen deutlich verbessern, indem sie aus den dichten Vierteln des Stadtzentrums in Vororte mit Licht, Luft und grünen Gärten umzogen. Später kamen auch die Wohlhabenden der Stadt auf den Geschmack der staatlichen Kredite.

Die Häuser mussten Mindestanforderungen wie Isolierung und Badezimmer erfüllen. Um die Kosten zu begrenzen, durften die Häuser nicht größer als 110 Quadratmeter sein. Später wurde diese Zahl auf 130 Quadratmeter erhöht.

Beispiel: Zeichnung von Vestervang 12, das 1950 für ein staatliches Darlehen von 18.700 DKK an den Gemeindeangestellten Martin Nielsen gebaut wurde. Es handelte sich um ein charakteristisches staatliches Leihhaus aus rotem Backstein für eine einfache Familie, das vom Architekten Chr. Christensen entworfen wurde. Die Wohnfläche betrug nur 83 Quadratmeter. Darin nicht enthalten waren die praktischen Räume im Keller für Brennstoff und Wäsche. Auf diese Weise blieb das Haus innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Höchstfläche. Darüber hinaus gab es einen ungenutzten Dachboden, der erst 1965 zu Wohnraum ausgebaut wurde.

Freistehende Häuser seit 1958

1958 beschloss das dänische Parlament die Abschaffung des staatlichen Darlehenssystems, und 1959 wurden die letzten staatlichen Darlehen gewährt.

Der Bau von Einfamilienhäusern wurde jedoch in den folgenden Jahrzehnten fortgesetzt. Dazu gehörten die neuen Stadtteile Egeris im Süden sowie Resen und Vinde im Norden. Dänemark erlebte nun einen wirtschaftlichen Aufschwung und wachsenden Wohlstand. Daher war es nun möglich, Kredite zu normalen Bedingungen aufzunehmen.

Die staatlichen Hypothekenhäuser trugen zur Entstehung der dänischen Vorstädte bei, in denen der Traum von einem eigenen Garten und komfortablen Wohnverhältnissen verwirklicht wurde. Diese Ideale lebten nun in den Einfamilienhäusern der 1960er und 1970er Jahre weiter, die oft von den typischen Hausgesellschaften geprägt waren.

Beispiel: Nach 1958 ermöglichten besondere Steuervorteile den meisten Menschen die Aufnahme von Krediten bei Banken und Kreditgenossenschaften. Infolgedessen wurde der Bau in großem Umfang fortgesetzt. Ein Beispiel dafür war die Familie Kristiansen, die 1975 ihr eigenes Haus im Vestagervej 3 nach den Plänen des Architekten Østergaard Nielsen baute. Die Familie lebte hier bis 2014. Foto: Annelise Kristiansen.

Niedrig-Energie-Häuser

Speziell für Skive und als einer der ersten Orte auf der Welt wurde in den 1970er Jahren in Gebieten wie Solhaven, Humlevej und Glattrup mit Niedrigenergiehäusern experimentiert.

Quellen

  • Der Text basiert auf Plakaten aus der Ausstellung „Der Traum vom eigenen staatlichen Hypothekenhaus“ im Stadtarchiv von Skive/Skive Museum, 2021.
  • Rosenberg Bendsen, Jannie und Bendtsen, Dorthe: Drømmen om et eget hus : statslånshuse 1933- 1959, Strandberg Publishing, 2021 (das Buch enthält viele Beispiele aus Skive).

Forfatter buhl