
Emilie Demant Hatt (geb. Hansen) war eine Malerin, Autorin und Ethnologin aus Selde. Für ihre Darstellungen des lappländischen Lebens wurde sie zum Ritter des Vasariterordens ernannt.
Der Hintergrund
Emilie Laurence Demant Hansen wurde am 24. Januar 1873 in Selde geboren. Neben Emilie gab es noch eine ältere Schwester Marie Cecilie (geb. 2/3 1868).
Emilie Demants Mutter Emma Demant wurde in Jyllinge bei Odense geboren, ihr Vater Frederik Hansen in der Gemeinde Torslev. Ihr Vater war bei dem Kaufmann Henrichsen in Fur in der Lehre. Später wurde ihr Vater Kaufmann in Selde und ab 1870 auch Gastwirt in Selde. Seine Schwester Marie Cecilie Demant heiratete später und zog nach Kauslunde auf Fünen, wo sie als Lehrerin arbeitete. 1914 zogen auch die Eltern nach Kauslunde.
Emilies Schulzeit verbrachte sie in Selde bei Lehrer H.C. Strandgaard im Schulgebäude neben dem Lebensmittelladen. Im Alter von 14 Jahren verliebte sich Emilie Demant in den Komponisten Carl Nielsen, eine Liebesbeziehung, die drei Jahre lang andauerte, bis Carl Nielsen eine andere Frau heiratete.
Malerin
Emilie Demant Hansen erhielt ihren ersten Malunterricht bei der Malerin Ida Schiøttz Jensen auf Pelz. Ihre ersten Motive waren die Natur um Selde, insbesondere Fursund und das Pfarrhaus.
In den Jahren 1898 -01 war Emile Demant Hansen Studentin an der Akademie der Bildenden Künste für Frauen in Kopenhagen. Hier erwarb sie zeichnerische Fähigkeiten in den Bereichen Perspektive, Licht und Interieur und entwickelte eine Disziplin für das Zeichnen von Büsten. Emilie Demant arbeitete mit Bleistift, Öl und Linolschnitt.
Im Winter 1901/2 setzte sie ihre Studien der Porträtmalerei und des Aktmodellierens in einem privaten Atelier bei dem fünischen Maler Fritz Syberg fort. Emilie Demant kehrte 1906 an die Kunstschule für Frauen der Akademie zurück und machte 1907 ihren Abschluss.
Bereits 1903 debütierte Emilie Demant Hansen auf der Frühjahrsausstellung in Charlottenborg, und mehrere Jahre lang wurden ihre Werke auf der Herbstausstellung der Künstler und der Herbstausstellung in Charlottenborg ausgestellt.
Emilie Demant Hansen begann zu zeichnen und zu malen, was sie sah: Natur und Menschen. Aber nachdem sie die modernistischen Gemälde von Harald Giersing gesehen hatte, änderte sie ihren Stil und begann zu malen, woran sie sich erinnerte. Sie gab ihre Erfahrungen mit der Natur, den Städten und den Menschen wieder, denen sie auf ihren vielen Reisen begegnet war.
In ihren Begegnungen mit europäischen Städten entdeckte sie den Kontrast zwischen dem Schönen und dem weniger Schönen. Gerade die Spannung zwischen dem Schönen und dem Unschönen malte sie in ihren späteren Bildern.
Lappland und die Begegnung mit dem Lappländer Johan Turi
Als Kind hatte Emilie Demant Hansen die Märchen von Zacharias Topelius über das Leben der Lappen gelesen. Seitdem wollte sie echte Lappen kennen lernen, was ihr 1904 auf einer Reise mit ihrer Schwester auch gelang. Auf der Reise von Stockholm nach Kiruna traf Emilie Demant Hansen zufällig den schwedischen Lappen Johan Turi. Es war eine schicksalhafte Begegnung für Emilie, denn Johan Turi wurde ihr Weg zum Leben bei den Lappen. Zurück in Kopenhagen lernte Emilie Demant Hansen Samisch und schrieb Briefe mit Johan Turi.
Johan Turi wollte die Lebensweise der Lappen beschreiben, war aber nicht in der Lage, selbst ein Buch zu schreiben. Sie vereinbarten, dass Emilie Demant Hansen zurückkehren würde, und 1907 reiste sie zurück nach Kiruna, um ein Jahr lang bis 1908 bei den Lappen zu leben. Emilie Demant Hansen erlebte aus erster Hand das harte Leben einer Lappenfamilie, an dem sie unbedingt teilhaben wollte. Im Jahr 1922 veröffentlichte sie das Buch Ved Ilden (Am Feuer ), das sie nach ihrem Aufenthalt und mit dem Wissen, das Johan Turi ihr vermittelt hatte, geschrieben hatte.
Das Buch erregte große Aufmerksamkeit, und zum ersten Mal wurden die Lebensbedingungen des Bergluchses beschrieben. Diese Arbeit wurde 1940 vom Nordischen Museum in Stockholm gewürdigt, als sie die Hazelius-Medaille für herausragende volkskundliche Forschung erhielt und später zum Ritter des Vaasa-Ordens ernannt wurde. Im Jahr 1953 fand in Stockholm eine Ausstellung mit Bildern aus Lappland statt.
die „Ethnologin“ Emilie Demant Hatt
Emilie Demant Hansen heiratete 1911 im Alter von 38 Jahren den Ethnologen Aage Gudmund Hatt. Gemeinsam unternahmen sie viele Reisen, darunter archäologische Expeditionen nach Westindien und Grönland. Unterwegs malte Emilie Demant Hatt das Leben der Menschen und illustrierte später die Bücher von Gudmund Hatt. Obwohl Emilie Demant Hatt keine ausgebildete Ethnologin war, war sie in der Praxis eine solche, wenn sie Zeit mit Einheimischen verbrachte. Emilie Demant Hatt reiste auch nach Russland, Amerika, Holland, Belgien, Frankreich und Finnland.
Nach ihrem Tod im Jahr 1958 vermachte Emilie Demant Hatt ihre Aufzeichnungen und Bilder aus ihren Aufzeichnungen dem Nordischen Museum in Stockholm. 1966 erhielt das Kunstmuseum Skive 15 naturalistische Ölgemälde und 18 Skizzenbücher aus dem Nachlass von Emilie Demant Hatt.
Quellen
Jakobsen, K.E. 2014: Emilie Demant Hansen, verheiratete Hatt Memoiren aus der Kindheit in Selde – Fiktion und Wirklichkeit.
Skive Museum, 1983: Emilie Demant Hatt 1873-1958 – Blätter für eine Biographie.
Hatt, Emilie Demant, 13/12 1939: Et ensomt folk i Norden. Politikken, Leitartikel