Der Fabrikant Christen Sørensen (4. Januar 1853 – 10. November 1925) war der Gründer der Ziegelei in Højslev und spielte eine Schlüsselrolle beim Wachstum der Bahnhofsstadt Højslev. Er lebte sein ganzes Leben in der Gemeinde Højslev, obwohl er auch an anderen Ziegeleien beteiligt war, u. a. an den Ziegeleien Stoholm, Lundgård und Overhoved, und war eine Zeit lang Besitzer des Gutshofs Kjærgårdsholm und Eigentümer mehrerer großer Grundstücke, u. a. des „Postgården“ in der Torvegade in Skive.
Die erste Ziegelei: Höhen und Tiefen
Im Jahr 1879 gründete er zusammen mit dem Gutsbesitzer Per Odgaard, Tastumgård, die erste Ziegelei in Højslev. Die Ziegelei befand sich südöstlich des Bahnhofs von Højslev. 1880 kaufte er die Ziegelei Bådsgård in der nordwestlichen Gemeinde Højslev, die er u. a. mit einer Dampfmaschine ausbaute, und begann mit der Verlegung von Eisenbahnschienen von der Ziegelei zum Bahnhof Højslev. Im Jahr 1885 kaufte er den Gutshof Bådsgård, ging aber zwei Jahre später in Konkurs. Daraufhin wurde er Leiter der Ziegelei in der Højslev-Straße, und seine Aktivitäten mussten im Namen seiner Frau weitergeführt werden.
Die heutige Ziegelei
1898 baute Chr. Sørensen die heutige Ziegelei Højslev (nördlich des Viborgvej), aber schon im nächsten Jahr musste Per Odgaard die Hälfte der neuen Ziegelei übernehmen. Im Jahr 1904 lief die Ziegelei so gut, dass Chr. Sørensen Per Odgaard wieder auskaufen konnte. Die Zeit ab 1898 war eine gute Zeit für Chr. Sørensen. Er kam finanziell wieder auf die Beine und baute das markante Direktorenhaus der Ziegelei. Er baute ein Elektrizitätswerk in der Ziegelei, das auch die Bahnhofsstadt mit Strom versorgte.
Die Bahnhofsstadt Højslev wächst heran
Chr. Sørensen spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Højslev Station Town. Er kaufte einen der drei Bauernhöfe in der Gegend – Langmosegård – und teilte von hier aus einen großen Teil der Baugrundstücke in der Bahnhofsstadt auf. Er setzte sich für den Bau eines Wasserwerks in der Bahnhofsstadt ein und stiftete 1908 Land und Geld für den Bau der ersten Schule in der Stadt.
Chr. Sørensens viele Initiativen und vielleicht nicht immer fruchtbare Investitionen führten dazu, dass er 1910 finanziell am Ende war. Es fehlte an Kapital, und alle Grundstücke wurden an eine neu gegründete Aktiengesellschaft, A/S Højslev Teglværker, verkauft. Auf der Suche nach Lehm für die Ziegelei kaufte Chr. Sørensen 1917 den Gutshof Lundgård bei Stoholm, wo eine neue, moderne Ziegelei gebaut wurde. Danach änderte sich die wirtschaftliche Lage erneut. Die Preise für Ziegelprodukte fielen nach 1920 stark, und als Chr. Sørensen 1925 starb, hatte die A/S Højslev hohe Schulden bei der Skive Bank.
Chr. Sørensens Beziehung zu den Arbeitern der Ziegelei
Chr. Sørensen hatte ein kompliziertes Verhältnis zu den Ziegeleibeschäftigten. Er war ein überzeugter Konservativer, und bei den Parlamentswahlen 1901 zwang er seine Arbeiter, den Kandidaten der Konservativen zu unterstützen. Einer der Arbeiter weigerte sich und wurde auf der Stelle entlassen – aber wenige Tage später wieder eingestellt! Sørensen war auch ein strikter Gegner von Gewerkschaften, bis er eines Tages den Spieß umdrehte und die Arbeiter ermutigte, eine Gewerkschaft für Ziegeleibeschäftigte zu gründen. Als die Gewerkschaft ihr zweites Gründungsfest abhielt, waren Chr. Sørensen und seine Frau Kathrine als Gäste eingeladen. Chr. Sørensen erhob ein Leve für die Gewerkschaft – und die Arbeiter dankten es ihm mit einem Leve für den Hersteller! Zweifellos hielten die Arbeiter Chr. Sørensen für einen harten Kerl, aber sie bewunderten wahrscheinlich auch den unternehmungslustigen Fabrikanten. Und deshalb haben sie wohl auch einen Gedenkstein auf Chr. Sørensens Grab gesetzt.
Die Kirche in Højslev Stationsby. Chr. Sørensen stirbt
Im November 1924 lud Chr. Sørensen zu einem Treffen über den Bau einer Kirche mit Friedhof und Pfarrhaus in Østerris, d.h. Højslev Stationsby, ein. Bei diesem Treffen bot Chr. Sørensen an, das Land und die Ziegelsteine für den Kirchenbau zu spenden, und es wurde ein Komitee gegründet, das sich mit dem Kirchenprojekt befassen sollte. Es wurde eine Spende von 24.000 DKK gesammelt, aber der Bau war von einem großen staatlichen Zuschuss abhängig, den der Kirchenminister nicht zu geben bereit war. Außerdem stellte sich heraus, dass sich der Pfarrer, Propst Brandt, lieber mit einer Kapelle und einem Friedhof begnügen wollte. Am 9. November 1925 fand eine entscheidende Sitzung statt, bei der Chr. Sørensen, der zu diesem Zeitpunkt todkrank war (er starb am nächsten Tag), sich weigerte, seine Schenkung auf eine Kapelle zu übertragen. Damit kam das Kirchenprojekt in der Højslev-Straße zum Stillstand.
Und begraben auf dem Friedhof von Skive
Vielleicht ahnte Chr. Sørensen, dass der Fall hier enden würde. Auf jeden Fall wollte er nicht auf dem Friedhof von Højslev oder Dommerby begraben werden, sondern auf dem Friedhof von Skive. Er wurde jedoch in einem Zinksarg beigesetzt, damit er überführt werden konnte, wenn der Tag kam, an dem es einen Friedhof in Højslev Stationsby gab.
Quellen:
- Niels Mortensen: Højslev-Dommerby-Lundø 1880-1940. In: Skive kommunes historie fra 1880 til 1940, S. 83-140. 2002.