Tarantella
Von den sechziger Jahren bis weit in die siebziger Jahre hinein befand sich das Tarantella, Skives beliebtestes Tanzlokal, in der Asylgade. Auf dem Bild oben ist auch die Diskothek „Kræn Spillemand“ an der Ecke Asylgade/Vestergade zu sehen, die ein kürzeres Leben in den Räumlichkeiten hatte, in denen sich früher die Kneipe „Gravens Rand“ befand. Hier handelt es sich jedoch um Tarantella.
Live-Musik
Tarantella wurde in den sechziger Jahren erbaut, und bis Mitte der siebziger Jahre war der legendäre „Pedersen“ Eigentümer und Wirt. Der Name Tarantella bezieht sich auf einen spanischen Tanz, und die Fassade des Gebäudes war in dunkelroten Farben gehalten, mit einer großen Leuchtreklame an der Spitze. Auch die Inneneinrichtung war in gedeckten dunkelroten Farben gehalten. An fünf Tagen in der Woche gab es dort Live-Musik mit monatlich wechselnden Orchestern. Meistens war es ein Trio, aber auch größere Orchester fanden ihren Weg nach Skive. Einige der Gäste erinnern sich vielleicht an Karl Petters Trio („Stik mig en Hof“), Jens Hamburgers Trio und Kivi/Woodoo.
Tarantella war für damalige Verhältnisse ein großes Tanzlokal. Zur Straße hin gab es einen kleineren Saal mit einer Bar. Hier konnte man an den ersten Abenden der Woche in aller Ruhe sitzen und dem monatlichen Orchester zuhören, während man ein Bier und ein Sandwich genoss. Von dem kleinen Saal aus gelangte man über einen Treppenabsatz mit Tischen und Stühlen auf die darunter liegende große Tanzfläche, von der aus man sowohl das Publikum als auch das Orchester auf der Bühne im hinteren Teil des Saals gut sehen konnte. In der unteren Ecke des Tanzsaals, rechts von der Bühne, führte eine Öffnung zu einer Bar. Der große Tanzsaal wurde donnerstags genutzt, wenn ein Witwenball stattfand. In der Blütezeit von Tarantella waren die Donnerstage, Freitage und Samstage ein Inferno von tanzfreudigen Menschen, und es gibt bestimmt jemanden in Skive und Umgebung, der früher Tarantella besuchte und in diesem legendären Ort sein neues Zuhause gefunden hat.
Die letzten Tage
1976 hatte das Tarantella den Besitzer gewechselt, als ein Aalborger Gastronom namens Ove Jensen das Lokal kaufte. In der Hoffnung, mit den anderen Tanzlokalen der Stadt, darunter auch Diskotheken, konkurrieren zu können, nahm Ove Jensen eine umfassende Renovierung vor und versuchte sich auch an größeren Orchestern. Später übernahm der junge Jurastudent Erik Holst – ebenfalls aus Aalborg – das Lokal und kaufte im gleichen Atemzug das konkurrierende Tanzlokal „Kilden- Krikken“ am Søndre Boulevard. Als er in Konkurs ging, kaufte ein anderer Aalborger namens Kurt Færch das Haus. Umgestaltungen, größere Orchester und wechselnde Besitzer halfen nicht. Der Betrieb von Tanzlokalen mit Live-Musik war zu teuer geworden, und 1979 verkaufte Kurt Færch die Gebäude an Kvickly.
Heute ist die gesamte Ecke von Asylgade und Vestergade mit Wohnhäusern bebaut.