DerKaufmann Frederik Johan Christian Kielgast (1838-1928) war in den späten 1800er und frühen 1900er Jahren einer der größten Kaufleute in Skive.
Das Unternehmen
Er betrieb ein so genanntes Kommissionsgeschäft, bei dem er alle Arten von Waren einkaufte und weiterverkaufte. Dazu gehörten Getreide, Kohle und andere Brennstoffe, aber auch z. B. Spirituosen in großen Mengen. In einem Fall aus dem Winter 1894 hatte er 325 kg (ca. 325 Liter) Branntwein gekauft, wahrscheinlich von der neu gegründeten Firma De Danske Spritfabrikker in Aalborg, und ließ die große Menge Branntwein mit dem Zug zum Bahnhof Højslev transportieren, von wo aus sie an den Käufer, einen gewissen Herrn P. Knudsen in Lund, geschickt wurde. Knudsen in Lund, der vielleicht ein Landgeschäft betrieb.
Verlauf des Lebens
Kaufmann Kielgast wurde 1838 als Sohn eines deutschen Glasbläsers namens Just Kielgast geboren, der eine Zeit lang in der Glashütte Holmegaard nordöstlich von Næstved beschäftigt war. Sein Sohn Frederik Johan Christian Kielgast sollte in die Fußstapfen seines Vaters treten, aber Frederik hatte andere Ambitionen, und so reiste er nach Aalborg, um im Büro der Dampfschifffahrtsgesellschaft das Handwerk zu lernen. Er machte sich offenbar so gut, dass er 1861 nach Skive geschickt wurde, um dort die Leitung der Dampfschifffahrtsgesellschaft zu übernehmen. Hier betrieb die Gesellschaft ein Kommissionsgeschäft in starker Konkurrenz zu anderen Kommissionshändlern in Skive, darunter Thomas Alstrup, und der Direktor Frederik Kielgast wollte von diesen großen Händlern nicht abgehängt werden und wurde selbst Kaufmann.
Handelsvereinigung Skive
F. Kielgast gehörte zu den 20 Kaufleuten, die 1883 die Skive Handelsforening gründeten, und saß von 1883 bis 1901 im Vorstand. Anlässlich seines 50-jährigen Geschäftsjubiläums am 27. Februar 1911 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.
Skive Coal Company
1891 ging Frederik Kielgast eine Partnerschaft mit seinem ehemaligen Konkurrenten Thomas Alstrup ein, und 1904 schloss er sich mit den anderen Großhändlern F.A. Harder, Åge Selchau, J. Kr. Stilling (Stillingsgård) und Albert Dige (Trælast) A/S Skive Kulkompagni, so dass Kielgast zu dieser Zeit für große Teile des Kommissionshandels in Skive verantwortlich war. Auch politisch machte sich Kielgast einen Namen: Von 1885 bis 1909 saß er im Stadtrat von Skive, und im Jahr zuvor, 1908, wurde er während des königlichen Besuchs für sein Engagement in der Stadt zum Ritter von Dannebrog ernannt.
Familiengeschichte
Frederiks Kielgasts einziger Sohn, Knud Kielgast (1881-1925), trat 1907 in die Firma ein und übernahm 1919 das große Unternehmen seines Vaters als Alleininhaber und Direktor der Skive Kulkompagni. Er diente auch als deutscher Konsul in der Stadt.
Der zweite Sohn von Frederik Kielgast, Svend Kielgast (1879-1915), absolvierte 1897 die Viborg Katedralskole und erwarb 1905 den Master of Laws in Kopenhagen, wo er ab 1906 bis zu seinem Tod im Jahr 1915 im Alter von nur 36 Jahren die Position des Chefjuristen innehatte.
Frederik Kielgast wohnte privat, zunächst in Olsens Gaard am Rådhustorvet und dann in Frederiksgade, wo später der Klempner Stærk wohnte.
Vermächtnis
Viele glauben, dass Frederik Kielgast sich im neu gebauten Kielgastvej niedergelassen hat und dass dieser deshalb nach ihm benannt wurde, aber Frederik Kielgast wohnte nicht im Kielgastvej, wie oben dargestellt, sondern sein Sohn Knud. Der Kielgastvej hieß ursprünglich Skrivertoften (ab 1905), aber als sein Sohn Knud Kielgast als erster seine Villa an der Straße baute, soll er irgendwann während des Ersten Weltkriegs das Straßenschild Skrivertoften abmontiert und durch Kielgastvej ersetzt haben, um seinen Vater zu ehren, so dass der Kielgastvej nach dem Kaufmann F.J.C. Kielgast.
F.J.C. Kielgast wurde oft als der Riese mit dem langen weißen Bart bezeichnet, der ihm weit über die Brust reichte.
Quellen und Literatur
- Thiesen, Charles: Bogen om Skive, 1926 S. 423-424.
- Weihnachten in Skive 1966 (Bd. 37). S. 16