Brøndum-Hvidbjerg-Plantage

Niederlassung:
Kirchengemeinderat Brøndum-Hvidbjerg 1917-1921, Gemeindearchiv Spøttrup.

Die Plantage Brøndum-Hvidbjerg wurde 1921 aufgrund der Arbeitslosigkeit nach dem Ersten Weltkrieg gegründet. Die Arbeitslosigkeit lag aufgrund von Bankzusammenbrüchen und politischen Unruhen zwischen 18 % und 20 %. Daher wurde das Gesetz Nr. 693 vom 1. Dezember 1920 über zeitweilige staatliche Beihilfen im Zusammenhang mit der Arbeitslosigkeit verabschiedet. Die Gemeinderäte wurden verpflichtet, Leistungen an die Arbeitslosen in ihrer Gemeinde zu zahlen (und zu finanzieren).

Der Kirchengemeinderat von Brøndum-Hvidbjerg wollte die Leistungen nicht einfach auszahlen. Deshalb wurden 43 Hektar Heideland am Hvidbjerg Hede mit dem Ziel erworben, dort eine Plantage anzulegen. Das Land bestand aus einer Mischung aus Heide- und Moorland. Für die erste Baumgeneration der Plantage entschied man sich für die Latschenkiefer. Die Latschenkiefer (Pinus mugo) ist eine robuste und widerstandsfähige Baumart, die für magere Böden geeignet ist.

In Brøndum-Hvidbjerg gab es eine relativ große Zahl von Saisonarbeitern, die in den Wintermonaten keine Arbeit hatten und als Gegenleistung für die Subventionierung ab 1921 für die Bepflanzung und Pflege der Plantage eingesetzt wurden.

Verändertes Biotop:

Als die Latschenkiefer Wurzeln schlug und wuchs, veränderte sich die Tierwelt in diesem Gebiet. In der Plantage lebten Hasen, Ringeltauben, Wiesel, Füchse, Krähen, kleine Vögel und in den späten 1980er Jahren sogar Rehe und Damhirsche.

Der Bestand an jagdbaren Tieren führte zur Gründung eines Jagdvereins: Brøndum-Hvidbjerg Kommunes Jagtforening af 1933. Der Mitgliedsbeitrag betrug 2 DKK. Die Jagdpacht betrug 20 DKK pro Jahr. Die erste Jagd im Jahr 1933 erbrachte eine kleine Ausbeute: einen Brachvogel. Im folgenden Jahr brachte die Jagd 5 Hasen.

Wiederbepflanzung:

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anpflanzung als Brennstoff stark dezimiert. Daraufhin wurde mit der Wiederaufforstung begonnen, hauptsächlich mit Fichten (Picea Abies). Im Jahr 1970 wurde die Plantage von einem schweren Sturm heimgesucht, woraufhin die Plantage unter der Schirmherrschaft der Gemeinde Spøttrup (1970-2007) stark aufgeforstet wurde. Die Plantage wurde daraufhin zum Schutzwald erklärt, was zu einer gezielten Bepflanzung mit sturmfesten Baumarten führte. Viele Arten wurden gepflanzt: Eiche, Buche, Birke, Lärche, Weißtanne (Abies Alba), Weißtanne (Abies Procera), Fichte (Picea Omorika), Sitka-Fichte (Picea Sitchensis), Apfelbäume, Birnbäume.

Die Gemeinde Skive verwaltet die Plantage nun nach folgenden Gesichtspunkten: Das Waldgebiet muss im Sinne einer nachhaltigen Forstwirtschaft bewirtschaftet werden, wobei die Bedürfnisse der Natur und die Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten für Bürger und Besucher im Vordergrund stehen.

Jagd, Naturschutz und Naturnutzung:

Im Jahr 1995 wurde auf Initiative des Jagdverbandes ein See in der Plantage angelegt. Der See sorgt dafür, dass Wild und andere Tiere trinken können, ohne den Schutz des Waldes zu verlassen. Der See trägt den Namen Waldsee. Im Jahr 1998 wurde am See eine Jagdhütte gebaut, die später um eine Veranda erweitert wurde. Im Jahr 2002 meldeten sich neue Nutzer im Wald, „Pferdemenschen“, die den Bau eines Weges veranlassten, der später mit dem Wegesystem in der Stadt Hvidbjerg und bis zum Rettrup Kærvej zusammenwuchs. Der Pfad hat Pilzsucher und Wanderer in die Bäume eingeladen.

Quellen:

Reinhold, Steen: Brøndum-Hvidbjerg Plantage 1921-2023. Weihnachtskarte 2023, Heimatverein für die Kirchengemeinden Brøndum und Hvidbjerg.

Stadtarchiv Skive: H1826

Vedel-Petersen: Wirtschaftliche Erhebungen 1. April 1921 – 31. März 1923. Nationaløkonomisk Tidsskrift, Band 3. Reihe, 32 (1924)

Ortsarchiv Spøttrup

www.trae.dk

www.skive.dk Mappe Hvidbjerg Plantage 2023.indd

Forfatter rapsak