H.R. Brøcker, Anwalt am Obersten Gerichtshof Brøcker war Rechtsanwalt in Skive und eine prominente Persönlichkeit, die mehrere Verleumdungsprozesse, insbesondere gegen die Zeitungen der Stadt, führte.
Brøcker stammte ursprünglich aus Køge, wo Brøckers Vater Anwalt war. Ausgebildet Cand. Jur. 1919 in Roskilde, ab 1922 Rechtsanwalt und ab 1925 Richter am Obersten Gerichtshof.
Im Jahr 1929 zog Brøcker nach Skive und eröffnete seine Kanzlei in der Nørregade 21.
In Skive geriet Brøcker mit vielen Leuten in verbale Auseinandersetzungen und reichte mehrere Verleumdungsklagen ein. Die Zeitungen der Stadt waren besonders anfällig für diese Klagen. Die Verleumdungsklagen kosteten Carl Hansen, den Herausgeber des Skive Folkeblad, schließlich seinen Job, nachdem Brøcker eine hohe Entschädigung zugesprochen wurde.
Nachdem Brøcker 1938 eine hohe Entschädigung zugesprochen worden war, nutzte er das Geld, um seine eigene Zeitung „Skiv-Posten“ zu gründen. Die Zeitung war nur von kurzer Dauer, sie existierte von 1938-39. Brøcker selbst beschuldigte die anderen Zeitungen, Druck auf die Anzeigenkunden ausgeübt zu haben, damit diese die Zeitung nicht verwenden, weshalb sie nicht überleben konnte.
Nach der Schließung von Skive-Posten stand Brøcker der Presse weiterhin kritisch gegenüber und veröffentlichte das Buch „Dagspressen“, in dem er die dänische Presse scharf kritisierte.
Nach der Befreiung wurde Brøcker lokal bekannt, weil er Personen verteidigte, die wegen ihrer Aktivitäten während des Krieges angeklagt waren. Dies gilt insbesondere für die Verteidigung des örtlichen Naziführers Lothar Jeppesen. Im Allgemeinen sorgte Brøcker dafür, dass Verurteilungen gemildert oder fallen gelassen wurden.
Quellen
- HJORTH-NIELSEN DÄNISCHE RECHTSANWÄLTE 1869 – 1919
- Brøcker, H.R., Tagespresse, 1945
- Skive Folkeblad 29-31/12-2015, 21/7-1971