Jens Christian Johansen (1847 – 1926) und Anders Johansen (1852 – 1891) Eisengießerei Skive

Die Eisengießer Anders (30. April 1852 – 30. Januar 1891) und Jens Christian Johansen (21. Dezember 1847 – 13. Februar 1926) begannen mit einer Holzschuhfabrik in Yttrup. Sie zogen nach Skive und machten die Skive Eisengießerei zur größten Fabrik in Skive. Anders fand ein unglückliches Ende, aber Jens Christian blieb mit der Eisengießerei durch Beteiligungen verbunden, bis sie 1919 verkauft wurde

Yttrup: Von der Holzschuhfabrik zur Gießerei

Unternehmertum und „Industriespionage“

Anders und Jens Christian Johansen waren die Söhne des Hausbesitzers Johannes Christensen in Yttrup, Gemeinde Rybjerg in Salling. Anders Johansen (30. April 1852-30. Januar 1891) wurde als Mühlenbauer und Jens Christian Johansen (21. Dezember 1847-13. Februar 1926) als Zimmermann ausgebildet.

Zusammen mit ihrem jüngeren Bruder Peder Johansen (27. März 1856-18. Februar 1895), der eine Ausbildung als Holzschuhmacher absolvierte, gründeten sie eine Holzschuhmacherei auf dem kleinen Hof ihres Vaters in Yttrup.

Sie hatten selbst eine Maschine zur Herstellung von Holzschuhen gebaut. Um sie zu verbessern, brachten sie verschiedene Maschinenteile aus der Eisengießerei Morsø in Nykøbing mit. Die Teile passten nur selten, und es war sehr mühsam, sie anzupassen. Also beschlossen sie, ihre eigene kleine Gießerei zu bauen. Anders Johansen, der ein technisches Genie war, besuchte die Eisengießerei Morsø, wo er sich umschaute und erfuhr, wie die Gussarbeiten ausgeführt wurden. Die Brüder kauften einen Schmelzofen und benutzten eine selbstgebaute Windmühle, um das Gebläse anzutreiben.

Skive – von der Armut zur größten Fabrik der Stadt

Die Verhältnisse in Yttrup wurden zu eng, und 1880 kauften Anders und Jens Christian Johansen mit Hilfe des Holzhändlers Jesper Christensen, der Geld in das Unternehmen steckte, ein Grundstück in Østerbro in Skive. In den Jahren 1881-1882 errichteten die Brüder auf dem Grundstück Skive Ny Jernstøberi. Der Name Skive Ny Jernstøberi geht darauf zurück, dass es in Skive bereits eine Skive-Eisengießerei in der Frederiksgade 10 gab (gegründet 1857 oder 1858). Die Brüder verkauften ihren geerbten Anteil an dem kleinen Bauernhof in Yttrup an Peder Johansen, der nicht nach Skive gezogen war, und der Holzhändler Jesper Christensen schoss weiteres Geld zu. Doch als der Bau kurz vor der Vollendung stand, soll auch das Geld ausgegangen sein.

Die Lösung bestand darin, dass die Gebrüder Johansen den ehemaligen Besitzer der Mühle von Skive, Chr. Nielsen, als Partner aufnahmen. Dadurch erhielten sie sowohl die notwendige Kapitalspritze als auch einen Partner mit kaufmännischen und buchhalterischen Kenntnissen, so dass sich die Brüder auf die technische Seite des Gießereibetriebs konzentrieren konnten. In den 1880er Jahren wuchs die Zahl der Beschäftigten von 10 im Jahr 1881 auf 40 im Jahr 1890 und machte die Eisengießerei zur größten Fabrik in Skive.

Eine vielseitige Produktion

Die Produktion war sehr vielseitig. Vor allem wurden Maschinen und Werkzeuge für die Landwirtschaft, Mühlen und Molkereien sowie für die Torfgewinnung hergestellt. Die Gießerei führte auch spezielle Aufgaben aus, wie den Guss einer neuen Kirchenglocke für die Kirche von Lyby im Jahr 1890. Dabei handelte es sich um die Herstellung von Gussstücken und Maschinen in kleinen Mengen. Es handelte sich also eher um einen Handwerksbetrieb als um eine Fabrikindustrie. Dies spiegelte sich in der Tatsache wider, dass die Eisengießerei mehrere tausend Gussformen herumliegen hatte. Man konnte eine Eisentreppe bestellen – oder ein Geländer für sein Grab, das an mehreren Stellen auf dem Friedhof von Skive zu sehen ist.

Anders‘ tragisches Ende

Am 23. Januar 1891 brach die Druckmaschine des Skive Folkeblad zusammen. Ein Bote wurde zur Eisengießerei geschickt, um einen Mechaniker zu holen, und Anders Johansen und ein weiterer Mann tauchten in der Druckerei des Folkeblad in der Frederiksgade 11 auf. Während der Reparatur geriet Anders Johansen mit dem Kopf zwischen die Maschinenteile der Schnellpresse und wurde schwer verletzt. Nach einer Woche harter Bettruhe starb Anders Johansen am 30. Januar 1891.

Skive Jernstøberi als Aktiengesellschaft – Jens Cristian wird Mehrheitsaktionär

Jens Christian Johansen und Chr. Nielsen führten die Skive Jernstøberi bis 1897 weiter, als sie in eine Aktiengesellschaft mit dem Namen A/S Skive ny Jernstøberi og Maskinfabrik umgewandelt wurde. Das Aktienkapital betrug 100.000 DKK. Davon besaß Chr. Nielsen 35.000 DKK, Jens Chr. Johansen 15.000 DKK, während die restlichen 50.000 DKK auf 10 Aktionäre aufgeteilt wurden. Später im selben Jahr trat Jens Christian Johansen von der Geschäftsführung von Skive Jernstøberi zurück. An seiner Stelle wurde C.C. Hansen als technischer Direktor eingestellt, der die Eisengießerei in Zusammenarbeit mit Chr. Nielsen (gestorben 1909) bis 1910 leitete .

Jens Chr. Johansen zog nach Langå, wo er eine Eisengießerei, die Langå Jernstøberi, gründete. Er behielt seinen Anteil an der Skive Jernstøberi und einen Sitz im Vorstand der Gießerei. Im Laufe der Zeit kaufte Jens Christian Johansen die Mehrheit der Anteile an der Eisengießerei, und 1912 stellte er seinen Neffen Johannes Johansen als Direktor der Eisengießerei ein.

Die Familie Johansen nimmt Abschied

Im Jahr 1919 endete die Verbindung der Familie Johansen mit Skive Jernstøberi. DerElektroingenieur Siliam Bjerre und sein Schwager Søren Mehlsen hatten ein großes Unternehmen aufgebaut, das sich mit der Elektrifizierung Dänemarks befasste und unter anderem Kraftwerke und Kabelnetze baute. Im Sommer unterbreiteten sie ein Angebot von 200.000 DKK für die Eisengießerei, das das Unternehmen auf einer Hauptversammlung am 11. September 1919 annahm.

Quellen:

  • Olav Jensen: Sagaen om Skive Jernstøberi. In: Skivebogen 1993, S. 78-108
Forfatter henrik