Die drei toten feindlichen Soldaten im Krieg von 1864
Die Geschichte, wie drei feindliche Soldaten in einem Grab auf dem Friedhof von Skive landeten.
An der Grabstelle
Auf dem Eisenkreuz an der Grabstätte steht: „Hier ruht der Staub von 2 preußischen und 1 österreichischen Soldaten, die im Krankenhaus in Skive 1864 gestorben sind“. Der Text ist in dänischer Sprache, und man kann davon ausgehen, dass es nach Kriegsende aufgestellt wurde – von Dänen, die der Meinung waren, dass die toten Soldaten nicht vergessen werden sollten, auch wenn sie als Feinde nach Dänemark kamen.
Informationen aus dem Kirchenbuch
Im Kirchenbuch der Gemeinde Skive gibt es nur Informationen über zwei der drei Soldaten:
- Georg Kretz – Infanterist im 72. österreichischen Regiment, starb im Alter von 26 Jahren am 30. Juli 1864 an Typhus.
- Heinrich August Nietschke – Infanterist im 52. preußischen Regiment, starb im Alter von 23½ Jahren am 4. November 1864 an Unterleibstyphus.
- Über den anderen preußischen Soldaten gibt es keine Informationen.
Skive während des Krieges 1864
Skive überstand den Krieg zwischen Dänemark und Preußen/Österreich-Ungarn im Jahr 1864 relativ unbeschadet. Deutsche und österreichische Truppen kamen mehrmals in die Stadt, aber der Krieg war schon einige Monate alt, bevor die ersten Truppen eintrafen. Die preußischen Truppen trafen am 6. Mai in Skive ein, aber schon 10 Tage später zogen sie weiter. Ende Mai und Mitte Juni trafen erneut preußische Truppen in Skive ein, aber wieder nur für einige Tage.
Der Infanterist wird zurückgelassen
Am 9. Juli 1864 rückten österreichische Truppen in Skive und Salling ein. Sie zogen am 21. Juli wieder ab, ließen aber den kranken Infanteristen Georg Kretz im Krankenhaus von Skive zurück, das – so scheint es – im Rathaus von Skive untergebracht war. Er starb hier am 30. Juli 1864.
Weitere Truppen treffen ein
Danach wurden die Skiboniten bis zum 10. September von den fremden Soldaten in Ruhe gelassen, als drei Kompanien preußischer Infanterie und eine Schwadron Husaren eintrafen und vier Tage später wieder abzogen. Doch dann ging es erst richtig los: Die preußischen Truppen in Jütland begannen, sich auf die Winterquartiere vorzubereiten, und am 1. Oktober traf das 1. Bataillon des 18. preußischen Infanterieregiments ein. Bataillon des 18. preußischen Infanterieregiments. Das Bataillon verließ Skive am 8. Oktober wieder, aber am 12. Oktober trafen zwei Bataillone des 10. und 52. Infanterieregiments – insgesamt 12-1400 Mann – ein, um in Skive einquartiert und verpflegt zu werden. Für die 1600-1800 Einwohner der kleinen Stadt war dies eine gewaltige Aufgabe, und es war notwendig, alle größeren Räume der Stadt in Kasernen für die preußischen Soldaten umzubauen.
Der Frieden ist geschlossen – aber Heinrich kommt nicht nach Hause
Zum Glück für Skive – und für Dänemark – wurde schließlich am 30. Oktober Frieden mit Preußen und Österreich-Ungarn geschlossen, und die Preußen verließen Skive am 4. und 5. November. Ein einziger preußischer Soldat kehrte nicht nach Hause zurück: Heinrich August Nietschke, ein Infanterist des 52. Infanterieregiments, starb am 4. November 1864 – an dem Tag, an dem seine Kameraden die Rückreise von Skive nach Preußen antraten.
Quellen
Der Verstärkungsmann: Rund um das Skive der sechziger Jahre. Weihnachten in Skive 1938 S. 25-31.